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Samstag, 3. Oktober 2015, 09:12

Spannungskopfschmerzen

Migräne sind auch als Spannungskopfschmerzen bekannt. Die können durch Stress getriggert werden also kann das wohl sein. In der Schweiz gibt es dagegen Tonopan.

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Montag, 28. April 2014, 16:37

Migräne und Misophonie

Hallo zusammen!

In der kurzen Zeit, die ich jetzt im Forum gestöbert habe, habe ich viel dazu gelernt. Vor allen Dingen, daß ich keinen "Dachschaden" habe. Bisher dachte ich, daß ich einfach "zu empfindlich" bin.
Ich finde es nämlich seit Jahren ganz schrecklich, wenn ein Mensch in meiner unmittelbaren Nähe kaut (und das muß objektiv gehört nicht wirklich laut sein) oder wenn jemand mit den Zähnen klappert (im Sinne von "etwas weiches so stark durchbeißen, daß die Zähne aufeinander klacken) usw.
Wenn meine Hunde ähnliche Geräusche machen, stört es mich in der Regel nicht. Es stört mich auch nicht, wenn Kühe oder Pferde ihr Futter zermahlen. Das Geschmatze und Geschlürfe von Schweinen ist tagesformabhängig, mal geht es etwas besser aber meist ist es schlechter.
Daß diese Geräusche bei mir Migräne auslösen (ich habe seit frühester Kindheit Migräne und bin jetzt 51) kann ich nicht bestätigen, ich werde aber mal darauf achten.
Für die Migräne-Geplagten hier ein Tip: Ich habe meinen Hausarzt lange dafür bearbeiten müssen, aber seit etwa 2 Monaten nehme ich einen sehr niedrig dosierten Betablocker (Metoprolol, 23,75 mg) und habe zum ersten Mal seit Jahrzehnten zwei Monate lang keine Migräne mehr gehabt. Das Problem mit den Geräuschen habe ich aber trotzdem noch.

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Mittwoch, 2. April 2014, 09:02

Da ich auch an Migräne leide, möchte ich auch mal meine Meinung zu dem Thema schreiben :)

Also ich bin überzeugt davon, dass sich Misophonie und Migräne irgendwie beeinflussen können. Ich hatte schon als kleines Kind öfters mal Migräne, chronisch (15-30 Tage monatlich) wurde sie aber erst 2009. Seit dieser Zeit hat sich auch die Misophonie bei mir dauerhaft verschlimmert, während sie in den Jahren davor eigentlich konstant gleich blieb und damals für mich auch noch gut auszuhalten war. Inzwischen ist es so, dass fast jeden Monat neue Trigger dazu kommen. Während ich als Kind/Jugendliche hauptsächlich auf Pfeifen, Klatschen und Fingertrommeln reagiert habe, hat sich meine Triggerliste seit 2009 so stark erweitert, dass sie jetzt fast eine ganze DIN A4-Seite einnimmt ... was ich deswegen so genau weiß, weil ich mir vor kurzem mal die Mühe gemacht habe all meine Trigger genau aufzuschreiben. Genau genommen ist inzwischen eigentlich so gut wie jedes Geräusch zu einem Trigger geworden.

Viele der neu dazu gekommenen Trigger habe ich früher nicht nur gut aushalten können, sondern ich habe diese Geräusche sogar gemocht. Vor drei Jahren war es z.B. noch so, dass ich absichtlich an Weckern oder Uhren gehört habe, weil ich das Ticken so schön fand, und auch Glockenläuten fand ich sehr angenehm. Nur wenn ich Migräne bekam, konnte ich diese Geräusche plötzlich kurzzeitig nicht mehr ertragen - Phonophobie ist ja ein Symptom von Migräne. Inzwischen sind Uhrenticken und Glockenläuten ein richtig starker Misophonie-Trigger bei mir geworden. Darum vermute ich da schon einen Zusammenhang zur Migräne. Ich habe auch noch viele andere Trigger, von denen ich denke, dass sie durch die Migräne erst bei mir entstanden sind.

Andererseits ist es aber auch so, dass ich wegen der Misophonie oft Migräneattacken bekomme. Lärm und vor allem die Geräusche auf die ich wegen der Misophonie mit Aggressionen reagiere, lösen bei mir fast immer Migräne aus: das sind u.a. Baustellenlärm, Rasenmäher, Staubsauger, Klappern von Geschirr, Radios und Rauschen. Manches kann ich mit Kopfhörern und lauter Musik gut ausblenden - Ohrenstöpsel gehen bei mir hingegen gar nicht, da sie ebenfalls ein Trigger bei mir sind. Aber es gibt halt auch Geräusche, die man selbst dann noch wahrnehmen kann, wenn man ganz laut Musik hört oder sich die Ohren zu hält, weil man diese Geräusche irgendwie am ganzen Körper spüren kann, selbst wenn man sie gar nicht hören kann. Bei mir lösen z.B. alleine die Vibrationen und Schallwellen von den Geräuschen des Bohrers meines Nachbarn Aggressionen und Migräne aus.

Ich habe vermutlich auch Hyperakusis, denn leise Geräusche und Schallwellen nehme ich schmerzhaft und besonders intensiv wahr. Diese Geräusche sind ebenfalls zu Misophonie- und Migränetriggern geworden.

Die Misophonie ist für mich immer sehr schwer zu ertragen, aber wenn ich auch noch zusätzlich Migräne habe, ist es eigentlich gar nicht mehr aushaltbar. An manchen Tagen ist es deswegen sogar so schlimm, dass ich mich aus Verzweiflung mit Rasierklingen im Gesicht verletze oder sogar versuche mich umzubringen. Außerdem reagiert man bei Misophonie ja vor allem auf die Geräusche seiner Mitmenschen - das ist auch bei mir so. Bei einem Migräneanfall kann ich dann aber nicht mal mehr meine eigenen Geräusche ertragen, also z.B. das Rauschen in meinen Ohren oder mein eigenes Atmen.

Liebe Grüße,
Vanille

Noiseless

unregistriert

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Sonntag, 26. Januar 2014, 17:38

Behandlung+(Un-)Wirksamkeit

Hallo Caroline, Horchnase und Richi Melo,

danke für Eure Rückmeldungen! Caroline geht davon aus, dass ihre Migräne durch die Mis. getriggert werden könnte. Euch beiden Anderen ist kein Zusammenhang zwischen Misophonie und Migräne bekannt. Vielleicht müsste ich die Frage eher in einem Migräne-Forum stellen. W a s bei Migräne bekannt ist, das ist die Phonophobie (im Anfall selbst – ja, Richi Melo, das habe ich längst abklären lassen, s. unten). Vielleicht entwickelt sich bei Menschen wie mir, die schon (andere) Trigger mitbringen, schneller die Gefahr, die Trigger-Liste zu erweitern.

Mich interessiert, welche Maßnahmen bei Euch greifen bzw. lindern. Meine erfolglosen (und zum Teil teuren) Versuche bisher waren:

Vermeidung, aber auch Exposition
Hypnose
Ear-Plugs/Kopfhörer in allen Ausführungen
Anfertigung eines Gehörschutzes beim Akustiker

Nach Konsultation von div. Fachärzten in ihrer ganzen Bandbreite:

Noiser (weißes Rauschen)
Verhaltenstherapie/Psychotherapie
EMDR
Reha in Psychosomatik-Klinik
Tinnitus-Re-Trainingstherapie
Medikamente wie Antidepressiva
Diagnostik Tinnitus-Klinik (behandeln wollte man mich dort nicht, konnte meine Störung auch nicht einordnen)
Homöopathie
Entspannungsverfahren - und mehr.


In den Infos wird oft der Tipp gegeben, keine Ohrstöpsel zu tragen, sondern Kopfhörer mit Musik. Es gibt jedoch Geräusche, die alles durchdringen. Mein schlimmster Trigger neben anderen, denen ich teilweise ausweichen kann, ist das Geräusch lauter Absätze von Schuhen. Diesem Geräusch kann ich nirgendwo entgehen – nicht an der Arbeit, auf der Straße, beim Einkaufen (um nur die unvermeidlichsten Tätigkeiten zu nennen). „Festgefroren“ ist es in einer Migräne-Attacke (daher meine Frage), als ich trotzdem an der Arbeit war und eine Kollegin für mein Empfinden endlos lang den Flur rauf- und runter klapperte. Nie wieder habe ich die Filter hochfahren können, um dieses Außengeräusch nicht bewusst und schmerzhaft wahrzunehmen.
Ärzte konnten sich hierauf einen Reim machen. Mein Gefühl war, dass sie mein Symptom als lächerlich und mich als ziemlich gestört einordneten.

Schade, dass die Bezeichnung „Misophonie“ auch nicht gerade wie ein ernsthaftes Krankheitsbild klingt. Eher assoziiere ich (und andere?) vom Klangbild erst mal „mies drauf sein“ oder „Misanthrop“. Die englische Bezeichnung klingt seriöser – aber wenn ich in eine Arztpraxis mit dem Text: „Ich habe 4 S“ gehen würde, käme ich weiterhin nicht aus der Verrückten-Schublade raus.
„Aversionsphonie“ hatte ich mir überlegt, trifft jedoch die Wucht des Triggers nicht.

Wie geht Ihr mit Ärzten und Mitmenschen im Hinblick auf das „Outing“ um?

fragt Noiseless

Nachtrag: Habe gerade erst den Link zur Gabriele-Lux-Stiftung angeklickt – sehr interessant! Vielen Dank an Horchnase!

5

Donnerstag, 23. Januar 2014, 18:02

Hi ich bin 15 und habe seit einigen Jahren Misophonie und leide seitdem auch an Migräne. Bei mir persönlich bin ich ziemlich sicher dass die Migräne dadurch ausgelöst wird, weil ich merke wann sie anfängt und das ist fast immer der Fall, wenn Misophonie eine Rolle spielt.
Viele Grüße, Caroline

Horchnase

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4

Donnerstag, 23. Januar 2014, 08:01

Hier wird allerdings auch von Migräne gesprochen...

Horchnase

Fortgeschrittener

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3

Donnerstag, 23. Januar 2014, 07:51

Hallo Noiseless,

ich kann nur für mich sprechen, aber bei mir persönlich sehe ich keinen Zusammenhang zwischen Migräne und Misophonie. Ich bin ein Mensch, der so gut wie nie Kopfschmerzen hat, geschweige denn Migräne. Allerdings habe ich ein sehr gutes Gehör.

Liebe Grüße,

Horchnase

2

Dienstag, 21. Januar 2014, 08:22

Migräne und Miso

Liebe Noiseless,

danke für deinen interessanten Post. Ich persönlich habe noch von keine Zusammenhang bezütlich Migräne und Miso gehört. Wie du schreibst ist ein Zusammenhang, bzw. die Reizverarbeitungsstörung durch eine Migräne-Attacke gut vorstellbar. Eine solche Attacke beeinfluss ja stark die Wahrnehmungsempfindung und kann durchaus einen starken, neuen Trigger auslösen.

Hast du dies mal unter dem Thema Phonophobie genauer abgeklärt?

Das es hier mehrheitlich jüngere Personen im Forum hat liegt sicher zum einen daran, dass ältere Menschen weniger im Internet unterwegs sind, bzw. dort Problemlösungen suchen und zum anderen hängt es sicher stark damit zusammen, dass über mehrere Dekaden hinweg gequälte Menschen sich mit Ihrem Schicksal abgefunden haben und still weiterleiden. Was noch erschwerend dazu kommt ist, wie auch von dir erwähnte, dass MISO bei uns als 'Krankheit' noch weitgehend unbekannt ist. Erschütternd ist, dass die sehr grosse Mehrheit der Ärzte und Psychologen ebefalls keine Ahnung haben ?(

Wir sind seit geraumer Zeit daran Fachpersonen zu rekrutieren, welche sich in diesen Forum aktiv betätigen. Aber man finded kaum jemanden der auch nur Ansatzweise Erfahrung mit Miso hat!

Es wird sicher noch einige Zeit vergehen bis es hier mehr 'Bewegung' gibt, doch zumindest können hier die Betroffenen mal Ihr Leid und Ihre Sorge mit Leuten teilen, die Sie verstehen und mitfühlen können.

Es wäre toll wenn du öfters vorbei schauen würdest und dich auch mit den anderen Teilnehmern austauschen kannst.
Ganz liebe Grüsse!
_____________
Misophonie.info

Noiseless

unregistriert

1

Sonntag, 19. Januar 2014, 17:31

Migräne und Misophonie - ggf. Zusammenhang bekannt?

Erst seit wenigen Tagen weiß ich, dass meine in der Kindheit begonnene Empfindlichkeit (die sich immer weiter ausbreitete) gegenüber einigen Geräuschen einen Namen hat. Ich war ziemlich von den Socken, immer wieder „meine“ Geschichte zu lesen bzw. auf Youtube entsprechende Clips von Betroffenen zu sehen. Auch bei mir begann alles ganz klassisch mit Essgeräuschen eines Familienmitglieds. Inzwischen bin ich 59 und quäle mich seit etwa einem halben Jahrhundert mit meinen bisher völlig unerklärlichen „Macken“ herum.
Hier in diesem kleinen Forum scheint es überwiegend junge Menschen zu geben. Ich würde mich gern auch mit Betroffenen auszutauschen, die älter sind, und ihre Strategien und Tricks erfahren, einen Alltag halbwegs hinzubekommen. Leider habe ich bisher fast nur englischsprachige Infos gefunden. In Deutschland scheint die Störung noch nicht sehr bekannt zu sein.
Besonders interessiert mich des Weiteren, ob Zusammenhänge zwischen Migräne und Misophonie bekannt sind. Als (u.a.) Reizverarbeitungsstörung entstehen aus Migräneattacken mitunter Phonophobien.
Das Geräusch, was mich seit 10 Jahren am stärksten belastet, wurde unter einer solchen Attacke plötzlich zur Qual – und diese Qual blieb über die Attacke hinaus bestehen. Wohingegen sich die allgemeine Geräuschempfindlichkeit
nach jedem Anfall wieder zurück bildet.
Schade, dass so wenig „Bewegung“ im Forum ist. Ich hoffe jedoch, dass es von noch mehr Leuten entdeckt wird und vielleicht sogar jemand auf meine Zeilen reagiert.