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Brina

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9

Donnerstag, 3. April 2014, 12:24

Ich war mit meinem Freund im Urlaub, dort ist etwas passiert, was sein Verständnis für mich verbessert hat.
Wir sind seit 8 Jahren zusammen. In dieser Zeit ist meine Miso stärker geworden. Insbesondere die Kaugummisache ist hart, da mein Freund ständig versucht das Rauchen aufzugeben...
Außerdem "darf" er keine Nüsse oder Chips essen bzw. nur dann, wenn ich welche abbekomme.

Er nannte mich bisher regelmäßig Psycho :( "Geh mal zum Arzt, mach was, lass dich behandeln"
Dass es keine Hilfe gibt, hat er mir nicht geglaubt.

Im Urlaub nun die Situation, dass er ein Kaugummi im Mund hatte. Wir wollten uns an einem Stand nach etwas erkundigen. Ich konnte mich aber nicht konzentrieren, weil ich finde, dass er so machohaft wirkt, wenn er Kaugummi kaut. Also nicth nur das Geräusch, auch seine Art nervt mich dann. So großkotzig irgendwie. Mackermäßig. Ätzend! Ich brach das Gespräch ab und bat ihn vor der Tür das Kaugummi rauszunehmen. Er war total aggro und es folgte wie immer: Psycho, tu was... blabla

Ich bin dann auf der Straße stehen geblieben und total zusammen gebrochen. Es war einfach der Punkt erreicht, an dem ich mich nicht mehr verteidigen konnte. Kraft hatte ich keine mehr, die hatte ich bereits verbraucht, um den Ausraster zu verhindern... Ich habe nur noch hysterisch geheult . Schließlich würde ich was tun, wenn ich wüßte was, diese Scheiße wäre ich gerne los...
Er war richtig erschrocken, nahm mich in den Arm und hielt mich einfach.

Seit diesem Tag nimmt er das Kaugummi sofort raus oder verläßt den Raum wieder. Fragt mich, ob er dies und jenes essen darf und redet auch nicht so abfällig, wenn ich mal wieder über ein neues Geräusch klage.

Dieser Ausbruch hat uns geholfen!!

8

Mittwoch, 5. März 2014, 18:38

Ich schreibe zum ersten Mal, bin ganz überrascht von dieser Seite und habe erstmal die letzte Stunde mit Lesen verbracht :)
Ich habe das Gefühl, die Symptome einigermaßen unter Kontrolle zu haben, aber das sehen andere vielleicht anders. Und in meiner Beziehung bin ich (20 Jahre) wahrscheinlich auch noch nicht an einem Punkt, den man erreicht, wenn man vlt 10 Jahre in einer Partnerschaft lebt, und die "Macken" des anderen zu gut kennt.
Ich glaube aber nicht, dass zwei Misophone in einer Partnerschaft die Lösung des Problems wären. Zum einen hat ja nicht jeder die gleichen Trigger und zum anderen: ganz ehrlich, so sehr es einen immer wieder aufregt, wie laut andere essen und wie sie sich wann bewegen... Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich trotz aller Bemühungen auch nicht lautlos esse und auch ich manchmal unbewusst meine Hände bewege, was mich als Außenstehenden sicher in den Wahnsinn treiben würde. Und das würde meinen misophonen Partner dann genauso zur Weißglut bringen.

Horchnase

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7

Dienstag, 4. März 2014, 08:38

Ist der ideale Partner für einen Menschen mit Misophonie also ein Mensch, der ebenfalls Misophonie hat? Gäbe es in einer solchen Beziehung das größtmögliche Maß an Verständnis und Rücksichtnahme oder würden sich die Probleme vielleicht potenzieren?

6

Montag, 3. März 2014, 16:05

Zusammenleben ist nicht einfach...

Hallo zusammen,

es ist effektiv nicht immer einfach, jedoch scheint mir die Situation bei Euch (24 Stunden Schikane jeden Tag) mehr als nur Miso-Problem zu sein - Wie du beschreibst, kommen da 2 Gesichter zum Vorschein. Die Jugend (Kindheit), welche von wenig bis gar keiner Liebe geprägt waren, verschlimmern eine solche Situation sicherlich enorm. Nichts desto trotz will ich die Misophonie als solches nicht runterspielen, es kann unglaublich stark an einer Beziehung nagen.

Ausgehend von der beschriebenen Intensität kann ich meinerseits keine guten Zukunftsprognosen für Euch abgeben, ich denke Ihr müsst der Realität ins Auge schauen - DU wirst über kurz oder lang an diesen Problemen kaputt gehen! Eine Trennung in dieser Situation ist in erster Linie kein Entscheid gegen Deinen Partner, sondern ein Entscheid für DICH und DEIN Leben.

Ich wünsche Euch viel Kraft und alles Gute - Vielen Danke für Deinen Post aus dem Umfeld eines Miso's!

Horchnase

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5

Samstag, 1. März 2014, 19:36

Das ist das Bedauerliche, das Schreckliche an der Misophonie, dass sie Beziehungen belastet oder sogar zerstört. Das Umfeld von Menschen mit Misophonie hat es meistens nicht leicht, denn das Zusammenleben besteht aus vielen Einschränkungen, die mehr oder weniger extrem ausgeprägt sind. Ich, der ich Misophonie habe, weiß ganz genau, dass ich meine Mitmenschen mit meinen Reaktionen auf ihre Geräusche verletze. Ich bedauere das sehr und es tut mir sogar weh, denn es sind oft Menschen, die mir viel bedeuten, die ich liebe. Im Extremfall könnte es dazu führen, dass ich mich völlig zurück ziehe und mit überhaupt keinem Menschen mehr Kontakt haben möchte. Und dabei geht es nicht ausschließlich darum, mir die nervtötenden Geräusche vom Hals zu schaffen, sondern auch - und das vielleicht sogar in erster Linie - darum, meine Mitmenschen nicht weiter zu verletzen und ihnen nicht weiter diese ganzen Einschränkungen abzuverlangen. Eine solche totale Isolation dient also zum Schutz beider Seiten. Ich kann für mich persönlich nur froh sein, dass derartig drastische Maßnahmen innerhalb meiner Familie und Partnerschaft bisher nicht erforderlich sind. Meine Umfrage sollte auch nicht das Bild vermitteln, dass nur ich mit meiner Misophonie das Problem habe und nur ich darunter leide. Gerade meine Partnerin hat viel zu ertragen im Zusammenleben mit mir. Und genau mit diesem, ihrem Leid beschäftige ich mich immer und immer wieder auch in meinen Gedanken, was wiederum mein eigenes Leid verstärkt. Glaubt mir, es macht keinen Spaß, all diese im Moment des Auftretens eines Reizgeräusches aufkommenden Hassgefühle gegenüber einem Menschen zu haben, den du eigentlich liebst. Unter Umständen entlädt sich die Aggression zu einem späteren Moment, in einer völlig anderen Situation, die für den Partner ebenso unverständlich ist. All dies ist absolut nicht förderlich für eine Beziehung.

4

Samstag, 1. März 2014, 17:44

Es ist eine Qual

Ich kann ihn von einem Raum zum nächsten scheuchen durch mein Hineintreten, weil er gar nichts mehr erträgt.
Flucht, Flucht, Flucht....
Und auch ich kann es mittlerweile nicht mehr ertragen, wenn er in meiner Nähe ist, weil es mich auch unter Druck setzt, dass ihn ALLES stört.
Wenn ich etwas neben ihm schreiben muss, bekomme ich ANGST, weil ich weiß, dass Tippen und das Aufsetzen eines Stiftes alles in ihm brodeln lassen.

3

Samstag, 1. März 2014, 14:13

24 Stunden Schikane jeden Tag

Ich möchte an dieser Stelle im Forum gerne etwas zu den Erfahrungen sagen, die man in diesem Zusammenhang als Angehöriger erleidet.
Dieses Krankheitbild zerstört alles. Zu Beginn der Beziehung konnte sie sich gut kontrollieren, weil sie etwas besitzen wollte, was sie dann ja offensichtlich auch bekommen hat.
Seit dem Zusammenziehen vor einem Jahr ist für mich die Hölle losgegangen.
ICH DARF NICHTS mehr; essen, Kaugummi, atmen, etwas lutschen, gestikulieren ist verboten und führt zu Aggression.
Wenn ich krank werde (erkältet bin), bedeutet das Ärger und einen enorm hohen Stressfaktor, dem ich ausgesetzt bin.
Das geht mittlerweile so weit, dass ich leichte Angst bekomme, wenn ich merke, dass ich mich räuspern müsste oder meine Nase verstopft ist. Meine Freunde werden liebevoll von ihren Frauen umsorgt, wenn es ihnen nicht gut geht.
Hat sie mich in der Vergangenheit sogar zum Weinen gebracht, bedeutete das in der Folge, dass sie deswegen völlig ausgerastet ist.
Allerdings sind weitere Verhaltensbesonderheiten bei dieser Person sehr intensiv ausgeprägt: eine Art ohne jegliche Empathie, ein völliges Unwissen darüber, wie sich ein menschliches Wesen im normalen Miteinander mit anderen Individuen zu verhalten hat, Falschheit im Verhalten: es gibt hier definitiv zwei Gesichter, die sie zeigt.
Ihre Vergangenheit und ihr Aufwachsen waren hart und prägsam ohne Liebe.

2

Mittwoch, 12. Februar 2014, 16:25

sehr interessant zu wissen!

Hallo Horchnase,

danke für die Umfrage - hoffe auf viele Teilnahmen.

Wir werden diese gleich mal an alle unsere User senden!
_____________
Misophonie.info

Horchnase

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1

Mittwoch, 12. Februar 2014, 14:23

Status der Misophonie innerhalb von Partnerschaften

40%

Mein(e) Partner(in) weiß von meiner Miso und hat großes Verständnis. Trotzdem gibt es immer wieder Probleme wegen der Miso. (31)

19%

Mein(e) Partner(in) weiß von meiner Miso und hat kaum Verständnis. Die Beziehung leidet oft unter den Miso-Problemen. (15)

17%

Mein(e) Partner(in) weiß von meiner Miso und hat großes Verständnis. Wir haben kaum Probleme wegen Miso in der Beziehung. (13)

8%

Ich lebe in keiner Partnerschaft. (6)

6%

Ich würde gerne in einer Partnerschaft leben, habe aber wegen der Miso Angst davor eine Beziehung einzugehen. (5)

5%

Mein(e) Partner(in) weiß nichts von meiner Miso, ich möchte es ihr/ihm aber gerne sagen. (4)

1%

Mein(e) Partner(in) weiß nichts von meiner Miso, ich kann mir auch nicht vorstellen, es ihr/ihm zu beichten. (1)

1%

Mein(e) Partner(in) hat auch Miso. Wir haben manchmal Stress deswegen. (1)

1%

Mein(e) Partner(in) hat auch Miso. Es kommt oft zu Problemen deswegen. (1)

0%

Ich würde gerne in einer Partnerschaft leben und denke, dass die Miso die Beziehung nicht sonderlich belasten wird.

0%

Mein(e) Partner(in) weiß von meiner Miso und hat kaum Verständnis. Wir haben selten Probleme wegen der Miso.

0%

Mein(e) Partner(in) hat auch Miso. Wir kommen super miteinander klar.

Hallo allerseits,

ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Misophonie eine Partnerschaft sehr belasten kann und dass es verdammt schwierig ist, sich der Partnerin/dem Partner überhaupt zu öffnen und von diesem Problem, dass wir hier alle haben, zu erzählen. Daher interessiert es mich, wie das bei euch aussieht.

Ich stelle mir auch die Frage, ob ein(e) ebenfalls an Misophonie leidende(r) Partner(in) besser oder schlechter wäre als ein(e) "gesunde(r)"?

Was denkt ihr darüber?

Damit es nicht zu kompliziert wird, habe ich die Familie hier mal ausgeklammert und das Ganze nur auf Partnerschaften ausgerichtet.

LG,
Horchnase