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8

Samstag, 3. Mai 2014, 23:06

Ich dachte bis vor Kurzem es wäre wirklich einfach nur ein persönliches Problem. Die Tatsache, dass es so viele Menschen gibt die unter exakt derselben Symptomatik leiden macht Misophonie für mich aber nun eindeutig zu einer Krankheit der ein Problem des ZNS zugrunde liegen muss.

7

Dienstag, 29. April 2014, 17:58

Krank ? Oder halt einfach nur "nicht gesund" ?

sorry, der Beitrag eben war von mir... die überschrift sollte nicht der nickname sein :D ... ;)

Was auch immer es ist. Ich bin Misophonie-Betroffene und will mich ehrlich gesagt auch nicht als "krank" bezeichnen... klingt so ausgeliefert.

Ein Psychologe meinte übrigens zu mir, es ist keine Störung...

krank.. oder eben "nicht gesund"

unregistriert

6

Dienstag, 29. April 2014, 17:56

Um es nochmal festzuhalten; Misophonie ist nicht als Krankheit anerkannt. Nicht im ICD-10, oder dem Diagnostiksystem DSM-IV.

Es ist ein Syndrom.

Aber betrachten wir das alles doch mal aus einer ganz anderen PErspektive: Hier mal die Definition von Gesundheit - nach der WHO:

"Gesundheit des Menschen ist laut Weltgesundheitsorganisation „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oderGebrechen.“[1] "


Haben Misophonie-betroffene ein geistiges Wohlergehen? Meiner Ansicht nach nein. Es ist ein ständiger Kampf mit der Aggression, je nach Ausprägungsgrad der Misophonie (der eine empfindet Trigger nur manchmal als störend, der andere immer).


Körperliches Wohlergehen? Nun, ich will es nicht überdramatisieren, aber ich für meinen Teil kann sagen, dass es mir in Momenten, in welchen ich mit der Misophonie zu kämpfen habe, kein körperliches Wohlergehen habe. Glücklicherweise beeinträchtigt die Misophonie mein LEben aber noch nicht so stark, dass ich irgendwo eingeschränkt bin oder so. Andere sind das allerdings schon, sie haben viele Trigger und spüren z.B. den ganzen Tag Aggression z.B. auf dem Weg in die Arbeit, oder in der Arbeit, oder daheim (Nachbarn- Geräuschkulisse).. da kann man dann auch nicht mehr von körperlichem Wohlergehen sprechen, wenn man ständig Herzrasen und co. hat oder?


Und genauso sehe ich das auch mit dem sozialen Wohlergehen... ein Misophonie-Betroffener, welcher eine starke Ausprägung der Symptome hat, schränkt sich meist auch im sozialen Leben ein... Probleme am Arbeitsplatz, Partnerschaft, Freundschaft...


Ich ziehe nun den Schluss, dass ein Misophonie-Betroffener, welche eine starke Ausprägung der Symptome zeigt, irgendwie schon krank ist.... oder sagen wir mal.. nicht gesund? :) Schwieriges Thema.


Leider kenne ich keine Studien oder Forschungsberichte zu neurologischen Befunden, was die Misophonie betrifft. Dann denke ich, könnte man das ganze noch viel besser einordnen und auch sagen, ob es eine Krankheit oder was auch immer ist... was man genau dagegen tun kann. Ist leider noch nicht so gut erforscht.


Dass Krankheit in der Gesellschaft Stigma-behaftet ist, ist leider ein Problem der Gesellschaft und wird sich meines Erachtens nach nie ändern. Typisches Schubladen-Denken halt.

5

Mittwoch, 23. April 2014, 13:23

Bleibt nur die Frage, ob wir positive Dinge finden können, die Miso zur Freundin machen...


Ich hätte zwei Dinge .. eine ist, mehr auf mich selbst zu achten, was für mich am besten ist und durch die Miso habe ich zwar viele Freunde verloren, jedoch sind die wahren geblieben, die mich so akzeptieren und mir beistehen.
.. uns gibt's auch auf Facebook! https://www.facebook.com/misophonie

Brina

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4

Mittwoch, 23. April 2014, 13:17

Ich bezeichne es immer als psychische Störung ...

Wo du eben "Feind" geschrieben hast, habe ich mich wieder an die Hörgeräteakustikern meines Mannes erinnert.
Er soll lernen, seinen Tinnitus als Freund zu sehen. "Meiner heißt Hugo" hat sie gesagt :D

Vielleicht sollten wir Miso ebenso als Freundin sehen bzw. es lernen.
Eben als Besonderheit...so wie Hochsensible ihre Sensibilität als Gabe ansehen.

Bleibt nur die Frage, ob wir positive Dinge finden können, die Miso zur Freundin machen...

Horchnase

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3

Mittwoch, 23. April 2014, 10:03

Nun, ich tue mich noch ein wenig schwer damit, mich darauf festzulegen, dass es sich um eine Krankheit handelt.

Zum einen führt es zwar zu einem gewissen "Verständnis", wenn man den Leuten sagen kann, dass es sich bei unserem seltsamen Benehmen um eine Krankheit handelt. Andererseits führt es aber auch zu einer gewissen Vorverurteilung, bzw. zu Schubladen-Denken. Denn wer eine Krankheit hat, sollte sich behandeln lassen, zum Arzt gehen, eine Therapie machen etc.

Und jetzt wird es ein wenig kniffelig, wie ich finde:

Unabhängig davon, dass mir keine Therapie oder Behandlung bekannt ist, die helfen könnte, und dass ich ebenso wenig weiß, welcher Arzt überhaupt der richtige ist, frage ich mich ernsthaft, ob ich mit diesem Problem überhaupt zum Arzt gehen muss? Ein Mensch, der zum Beispiel keinen Käse mag, oder ein anderer, dem beim Geruch von Textmarkern schlecht wird, geht damit vermutlich auch nicht in Therapie, oder? Die von mir in meinem Eingangsbeitrag genannten "Besonderheiten" bedürfen nicht zwangsläufig einer Behandlung, oder? Die Menschen, welche solche Besonderheiten besitzen, haben ihr Leben einfach entsprechend angepasst und gelernt, damit irgendwie umzugehen.
Zugegeben, bei unserer Besonderheit ist das etwas schwieriger und sie führt zu sehr starken Einschränkungen, auch weil die Häufigkeit des Auftretens der Trigger entsprechend groß ist. Aber wieso ist unser Problem angeblich mehr als nur eine Besonderheit, wieso ist es eine Krankheit? Vielleicht, weil es den Menschen generell schwer fällt, zu akzeptieren, dass es derartige Besonderheiten gibt? Als müsse man seinem "Feind" ein Gesicht geben, als müsse man daraus eine Krankheit machen, weil man unser seltsames Benehmen anders nicht verstehen kann?

2

Mittwoch, 23. April 2014, 08:26

Hallo zusammen,

ich vertrete ganz klar den Standpunkt das es sich
um eine Krankheit handelt, welche jedoch NOCH nicht als solche
(eigenständig) anerkannt ist. Gem. medizinischer Definition handelt es
sich immer noch um eine Untergruppe der Phonophobie.

Horchnase

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1

Mittwoch, 9. April 2014, 07:53

Ist Misophonie überhaupt eine Krankheit?

Ich habe mit meiner Frau vor einiger Zeit darüber philosophiert, was Misophonie eigentlich ist. Sie tat sich ein bisschen schwer damit, es pauschal als Krankheit zu bezeichnen. Dadurch entstünde ihrer Meinung nach direkt eine gewisse (Vor-)Verurteilung. Eine Krankheit müsse nach Auffassung der Gesellschaft möglichst ausgerottet oder bekämpft, zumindest jedenfalls behandelt werden.

Für sie ist die Misophonie aber eher eine Besonderheit. Genau so wie sich andere Menschen beispielsweise besonders gut Zahlen merken oder den Geruch von Textmarkern nicht ertragen können, keinen Käse mögen etc., so reagieren die Menschen mit Misophonie eben aggressiv auf bestimmte Geräusche. Entsprechend müsste diese Besonderheit genau so anerkannt werden wie jede andere auch. Menschen mit Misophonie dürften nicht als "Kranke" verurteilt werden, denen man sofort rät, einen Arzt aufzurufen. Sie sollten stattdessen mit ihrer Besonderheit einfach akzeptiert (oder toleriert) werden wie alle anderen Menschen, die irgendwie von der Masse abweichen!

Ich finde diesen Gedankengang ausgesprochen interessant und er erscheint mir logisch und nachvollziehbar. Andererseits habe ich sie dann gefragt, wieso es keine Krankheit sein sollte, bzw. wie man denn eine Krankheit definiert?

Für mich ist eine Krankheit ein Zustand, welcher beim betroffenen Menschen gelegentlich oder permanent ein gewisses Leiden verursacht und ihn beeinträchtigt, so dass er sich nicht wohl fühlt. All dies trifft auch auf die Misophonie zu, denke ich.

Aber was ist es denn nun? Eine Besonderheit, eine Störung, eine Krankheit, ein Symptom oder ganz etwas anderes? Was denkt ihr über unser Problem? Vermutlich sind wir nicht dazu in der Lage, dies wissenschaftlich einzustufen, jedoch habt ihr sicher eine eigene Meinung...

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Horchnase« (29. April 2014, 07:08)


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