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Arina

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Beiträge: 28

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Beruf: Bauzeichnerin

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42

Samstag, 29. August 2015, 13:14

Annie, ich sitze am Tisch nur mit Egger ER - das hilft! Das dämmt viele Geräusche, isoliert aber nicht völlig, sodass man sich unterhalten kann! Probiere es aus! Meine Familie kennt das Problem und dass ich die Dinge im Ohr habe - manchmal wiederholen sie extra für mich, wenn ich doch irgendwas nicht mitgekriegt habe :-) Das erleichtert das Amtischsein schon sehr!

41

Samstag, 29. August 2015, 12:48

Mir geht es ähnlich

Ich leide schon lange daran, dass ich mich oft nicht mit meiner Mutter an einem Tisch setzen kann wenn sie isst oder trinkt. Ich habe mir oft die Ohren zugehalten um die Geräuschkulisse ertragen zu können. Wenn ich mitesse geht es, wenn ich einfach total agressiv mitkaue. Jetzt fängt es bei meinem Vater an, dass ich selbst wenn ich in einem anderen Raum sitze sein Schmatzen höre und die Tür zumachen muss.
Erzähle ich jemandem von meinem Problem, lachen alle. Selbst wenn ich sage, dass ich es wirklich ernst meine und mich meine Mitmenschen ernst nehmen sollen.

Jemand noch Tipps für mich – außer das laute Mitkauen?

Liebe Grüße

Carmen

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40

Donnerstag, 27. August 2015, 09:16

Hallo Arina

ja das ist ein Phänomen. Ich staune immer wieder. Alles was ich bisher hier gelesen habe, verblüfft mich aufs neue. Als hätte ich es geschrieben. Einfach der Wahnsinn. Und die Ärzte wissen nichts darüber bzw. wahrscheinlich nur sehr wenige.

Arina

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39

Montag, 24. August 2015, 20:49

Hallo Carmen

...wie ähnlich sind wir, Misophoniker, uns doch! quasi blutsverwandt :) Auch deine Schiderung zum anderen Thema heute gibt die Situation in meiner Familie wieder - 1:1

Carmen

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38

Montag, 24. August 2015, 13:26

Hallo

Ja ich ahme die Kaugeräusche der anderen auch nach. Ich denke mir, sollen sie doch mal hören wie es klingt, so wie sie kauen. Ich weiß auch, dass es kindisch ist. Aber nur so überstehe ich unsere gemeinsamen Mittagspausen in der Firma.

Arina

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37

Freitag, 6. März 2015, 18:36

Hi Jule, mir gelingt es auch nicht immer in der gewünschten Lautstärke auszuführen :) Das ist mir aber mittlerweile auch egal! Das einzig Gute am Älterwerden ist die Tatsache, dass man alles lockerer nimmt als früher (selbst als Misophoniker :P ) ...

Jule

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36

Donnerstag, 5. März 2015, 23:07

Hallo Arina,

habe bei mir auch schon festgestellt, dass ich diese inneren Spannungen dadurch ein wenig kompensieren und mir dadurch ein wenig Erleichterung verschaffen kann, wenn ich die Kaugeräusche der anderen nachahme, und sie dadurch nicht mehr so stark zu hören bekomme, weil ich mich praktisch selbst höre.
Allerdings scheint mir das nicht immer so dezent, wie eigentlich gewünscht gelungen zu sein, denn ich habe deswegen schon des Öfteren seltsame Blicke ernten dürfen... Aber prinzipiell nehme ich diese Blicke schon immer lieber in Kauf, als ständig so unter Strom zu stehen, dass ich entweder sofort wegrennen oder meinem Gegenüber an die Gurgel könnte.


Herzliche Grüße,

Jule

Arina

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35

Donnerstag, 5. März 2015, 17:58

Hi Emi,

mir hilft es tatsächlich, die Spannung etwas abzubauen. Löst aber das Problem an sich nicht... Ich habe wieder eine sehr anstrengende Woche hinter mir - Arbeitskollege ständig am Flüstern und Zischen...
Gestern war ich beim Egger-Gehörschutz - selbst im Fachgeschäft hat niemand von Miso gehört... Habe mir egger ER mit Filter bestellt und hoffe sehr, dass es eine Erleichterung im Berufsleben bringt...

Emi28

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34

Donnerstag, 5. März 2015, 17:37

ja das habe ich in letzter Zeit bei mir auch beobachtet! Ich würde aber nicht sagen, dass mir das Wiederholen hilft, es macht mich eigentlich noch aggressiver. Ich versuche mich dann abzulenken. Ist schon ne komische Sache. Wer hat sich das eigentlich ausgedacht.

gruss
emi

Arina

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33

Mittwoch, 18. Februar 2015, 18:25

Hi Robert und alle, die mich lesen :)
Man, war heut ein herrlicher Tag! Und das nur weil mein Arbeitskollege sich ganz ruhig verhalten hat - an solchen Tagen bin ich überglücklich und denke Berge versetzen zu können! Kein Pfeifen, Zischen, Flüstern, kein Maus-auf-den-Tisch-Geklapper, kein hin-und-her-Scrollen... Das Leben kann so schön sein!... :rolleyes:
Jetzt zu deiner Frage, Robert. Meine Kinder sind 28 und 26, Enkelkinder gibt es noch nicht :) . Die Symptome habe ich bei meinen Kindern im Teenager-Alter bemerkt, da ich durch eigene Vorgeschichte sensibilisiert war. Es sind die gleichen Trigger, wie bei mir, nur die Palette ist leider etwas breiter. Meine Kinder können nur noch mit Ohrstöpseln schlafen - ich dagegen habe wenigstens beim Schlafen keine Probleme. Ich hatte eine Zeit lang ganz schlimme Schuldgefühle und habe meine Kinder um Verzeihung gebeten - die nehmens mir gottseidank nicht übel))) Wir unterstützen uns, machen uns gegenseitig Mut und tauschen Tipps aus, wie wir mit dieser Störung besser durchs Leben kommen.
Im Gegensatz zu meinen Kindern, war ich von Anfang an mit meiner Krankheit allein. Intuitiv und schon sehr früh habe ich mir einen Trick zugelegt, mit dem sich die Spannung etwas abbauen lässt: ich wiederhole Geräusche, die mich wahnsinnig machen. D.h. ich mache sie nach, nur dezenter und leiser. Mich würde interessieren, ob es jemand noch genauso macht?
liebe Grüße an alle

32

Mittwoch, 18. Februar 2015, 10:36

Hi Marina,

kannst Du uns schildern, in welchem Alter und wie es sich bei Deinen Kinder bemerkbar gemacht hat, wie bist du damit umgegangen, bzw. sind die Kinder damit umgegangen? Haben diese nun auch schon Kinder?

lieber Gruss!

Marina

Beginner

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Beruf: Bauzeichnerin

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31

Sonntag, 15. Februar 2015, 16:31

Hallo an alle, ich bin die "Neue" :)

Hallo an alle Leidensgenossen :) Wie hier schon oft wiederholt: Es ist schön zu wissen, dass man mit seinem "Tick" nicht alleine ist!
Habe Miso seit meinem 9. Lebensjahr, wusste gleich, dass es nicht "normal" ist und dachte - ich sei psycho und gestört. Bin mittlerweile 51, habe zwei erwachsene Kinder und musste leider feststellen, dass ich diese Störung an beide vererbt habe. Somit steht es für mich fest: Miso ist vererbbar! Also, Freunde, seid sensibel und schaut genau auf eure Kinder, um möglichst schnell einzugreifen und helfen.
Da ich schon sehr lange mit dieser Störung lebe, habe ich meinen Alltag so gut es geht angepasst und so organisiert, dass es einigermaßen erträglich ist. Großer Schritt war mit meinen Familienangehörigen über alles offen zu reden und sie um Verständnis und Rücksicht zu bitten. Viel schwieriger ist es im Berufsleben. Habe vor 3 Jahren die Arbeitsstelle gewechselt. Bis dato immer allein im Büro, jetzt zu 6 in einem Zimmer und ein Kollege, der mich mit seinen Geräuschen einfach nur fertig macht. Es ist je nach seiner Tagesform manchmal für mich erträglich und manchmal gar nicht. Habe mit ihm geredet - ohne speziell auf meine Störung einzugehen - und ihn gebeten, etwas geräuschloser zu arbeiten. Leider hat es nur für kurze Zeit geholfen... Ich war auch schon bei verschiedenen Ärzten mit meinem Problem - keiner kannte sich mit meinen Symptomen aus, auch eine Verhaltenstherapie hat nichts gebracht.
Lebenslang mit meinem Problem allein - jetzt umso glücklicher zu erfahren, dass es für meinen "Tick" einen Namen und viele davon Betroffene gibt!
Ganz konkret möchte ich mich für den Tipp mit egger ER bedanken! Werde mir schnellstmöglich bestellen!

30

Donnerstag, 12. Februar 2015, 18:16

Hallo ihr lieben.
Jetzt war ich schon sehr lange nicht mehr da. Habe auch den Bericht auf RTL gesehen. Es ist schön dass endlich mal mehr davon Bescheid wissen.
Bei mir ist es leider überhaupt nicht besser geworden. Aber... :thumbsup: Ich hatte mir ja vor ein paar Monaten die egger ER mit Filter Ohrstöpsel gekauft.
Ich muss sagen, die erleichtern mir meinen Alltag etwas. Die sind zwar nicht günstig, aber sie helfen. Ich kann endlich wieder neben anderen essen. Unterdrücken leider nicht alle
Geräusche, aber größtenteils viele. Kann es nur empfehlen. Es erleichtert etwas.
Lg

29

Donnerstag, 12. Februar 2015, 12:32

Hallo Danix,

das ist ein riesen Dilemma, gerade mit eigenen Kindern. Diese können Ihre Ticks leider nicht steuern und der Versuch Ihnen diese auszureden bzw. abzugewöhnen ist kontraproduktiv. Daher musst Du einen anderen Weg gehen. Gibt es Tageszeiten wo es speziell Schlimm ist? Gibt es Situationen wo es Dich nicht stört? Wie sieht Euer Tag in der Familie aus?

28

Mittwoch, 11. Februar 2015, 16:25

Hallo ich bin neu hier und ganz glücklich aus Zufall darauf gestoßen zu sein...
Durch den Bericht auf rtl hörte ich misophonie zum ersten mal ....endlich was greifbares. ...
Ich bin 34 Jahre und leide seit ich ungefähr 8 Jahre bin darunter .
Soweit ich zurück denken kann war mein Auslöser der Wecker meiner Schwester der mich schier wahnsinnig machte bis ich ihn zerstört habe und sie eine digitale Uhr bekam...
In den Jahren kamen immer mehr geräuchempfindklichkeit
dazu....Kauen...Trinken. ..atmen ...schnarchen...Nase putzen..und visuelle monotone Bewegungen wie nervöses fussgewackele.(d.das ist nur ein kleiner Auszug. ..wackelnde Tische und Stühle in der Schule ein Horror ;(
Meine Familie sagte immer ich bin übersensibel ich wurde aggressiv aber in meinen inneren ...ich schrie ich weinte innerlich da ich mich nicht für normal hielt weil ich ein Hass auf meine liebsten Menschen bekam...und das ist warum ich schwer Bindungen eingehen konnte mit menschen da es immer die betrifft mit den ich am meisten zu tun habe...
Jetzt kompensiere ich es indem ich mich ablenke...meine Familie akzeptiert es da ich mittlerweile ausspreche das ich es gerade nicht hören kann ...
ich bin mittlerweile verheiratet und habe 2 Kinder. ..
jede liebe Person ob Familie oder Freund hat etwas was ich nicht ertrage. ..Schwester / Vater das Trinken. ..Mutter Cornflakes essen...Freunde Kaugummi kauen. ..und mein Mann das fröhliche pfeifen. ...( was ich immer zerstöre obwohl er ja nur so glücklich ist)

das schlimmste für mich momentan meine Tochter ist jetzt 8 Jahre und bekommt typische kindliche Ticks die monoton auftreten die machen mich WAHNSINNIG und da ich darauf reagiere werden sie bei ihr immer schlimmer und ich finde gerade kein Weg ihr klar zumachen das ich das nicht ertrage. .. sie ist ein Kind und fühlt sich da verletzt durch mich ..die anderen kennen mich nur so akzeptieren es und das wirkt für mich schon beruhigend. ..Aber bei ihr könnte ich innerlich explodieren
HILFE...wie kann ich ihr liebevoll erklären es zu lassen und sie nicht schuld ist :huh:

Anonymer User2

unregistriert

27

Samstag, 31. Januar 2015, 21:59

hallo!

ich höre hier zum ersten mal davon, dass ich nicht alleine bin! ich habe ebenfalls die erfahrung gemacht, es hilft wenn man sich nicht reinsteigert. ich hatte das zum erstenmal als kind, schon mit 7 haben mich essgeräusche gestört. aber da etwas zu sagen oder dem anderen gar zu verbieten etwas bestimmtes zu essen? wer bin ich denn? das ist allein mein problem und ich habe zu lernen damit umzugehen. es hat sich stark gebessert. nur wenn jemand laut neben einem telefoniert, das halte ich nicht aus. aber dann verlasse ich eben den raum - wo ist das problem? und ja, nachts sind auch ohrstöpsel pflicht.
ich finde man kann sehr gut lernen damit umzugehen, wenn man nicht beginnt anzunehmen, die anderen seien das problem und man müsse seine umgebung kontrollieren. aus dem ganz einfachen grund: das funktioniert sowieso nicht. irgendwann ist man eben gezwungen arbeitskollegen, andere fahrgäste in öffentlichen verkehrsmitteln, etc... auszuhalten. sicher kann der partner bis zu einem gewissen grad rücksicht nehmen, so es ihm/ihr möglich ist. aber ich will doch nicht, dass der partner nun auch irgendwelche ticks asbildet weil ständig darauf geachtet werden muss was man tut. das ist ein ziemlich gewagter eingriff in die freiheit des anderen.

also um es positiv zu sagen: natürlich gibt es hoffnung auf besserung, man muss nur am richtigen punkt (bei der richtigen person, also sich selbst) ansetzen. richtige heilung gibt es aber meiner erfahrung nach leider nicht.
ich bin jedenfalls froh, endlich einen namen für mein problem gefunden zu haben :)

Anonymer User

unregistriert

26

Samstag, 31. Januar 2015, 03:35

Ich bin 18 Jahre alt und hatte genau das was ihr hier so beschreibt vor noch ca. einem Jahr auch ziemlich extrem teilweise. Also ich hasse grundsätzlich (übermäßig) laute Geräusche, da würde ich sagen die Grenze liegt irgendwo zwischen 80 und 90 dB. Das hat sich auch nicht geändert, aber ich habe es zum Beispiel einfach nur gehasst, wenn mein Vater gegessen hat. Hätte wohl auch genauso gut meine Mutter sein können, aber mein Vater sitzt am Essenstisch nunmal neben mir und da der Mensch ein Gewohnheitstier ist wird sich das auch nicht so einfach ändern. :rolleyes:
Habe auch nie etwas gesagt, weil ich es für völlig irrational und sinnlos halte. Diesen Gedanken habe ich mir jedes mal immer wieder vorgehalten. Da gab es noch genügend andere Dinge wie Motorengeräusche, ganz egal ob da ein knatterndes Gefährt aus dem letzten Jahrtausend steht wo der Motor noch nichtmal Schallgedämpft ist oder ein fast stummes Elektroauto.

Das einzige was mich heute noch so richtig "triggert" sind Motorengeräusche. Essgeräusche oder Geschirr etc. empfinde ich zwar noch immer als unangenehm, aber das wars auch schon - unangenehm. Keine Gänsehaut, kein Hassgefühl, nichts einfach nur Geräusche die mir lästig sind aber mich nicht aufregen oder unruhig machen.

Hab auch einiges an Drogen durch. Weiß ja nicht ob es da Zusammenhänge gibt.


:!: Achja hier noch der übliche Disclaimer: :!:
Bevor jetzt jemand ankommt nach dem Motto "Hör auf die Leute zum Drogen nehmen zu motivieren"
Nein, dass soll nicht heißen das ihr euch zuballern sollt. Denn Probleme löst man nicht mit Problemen.

Grüsse

Horchnase

Fortgeschrittener

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25

Mittwoch, 28. Januar 2015, 15:10

Therapeuten in der Nähe?

Wie genau sucht ihr denn einen Therapeuten in ihrer Nähe?

24

Dienstag, 27. Januar 2015, 12:15

Alice,

schön das du den Weg zu unserem Forum gefunden hast. Registriere Dich doch, dann können wir mal schauen, ob wir vielleicht einen geeigneten Therapeuten in Deiner Nähe finden können.

:thumbsup:
_____________
Misophonie.info

23

Montag, 26. Januar 2015, 21:09

Hallo :)
ich bin jetzt 17 Jahre und leide seit 6 Jahren an Misophonie. Ich errinere mich noch gut an den Abend, an dem mir das erste mal aufgefallen ist, dass mein Vater beim Essen ziemlich schmatzt. Hätte ich an diesem Abend einfach weg gehört und nicht mehr darauf geachtet, vielleicht wäre dann alles nicht so weit gekommen.
Ich musste jedoch immer mehr darauf achten und auf einmal wurde ich von den Geräuschen furchtbar aggressiv. Ich habe sofort mit meiner mutter darüber geredet aber wir dachten alle, dass das nur eine Phase ist, die vorüber geht und deswegen haben wir ausgemacht, dass ich vorerst alleine essen darf. So richtig hat es keiner von uns verstanden und deswegen haben wir uns keine weiteren Gedanken gemacht. Ab dem Zeitpunkt , ab dem ich nicht mehr mit gegessen habe, kamen aber auf einmal immer mehr Geräusche dazu, die mich an meinem Vater störten. Es ging mit den Essgeräuschen los, dann konnte ich es nicht ertragen , wenn er Geräusche mit Geschirr machte, also z.B die Küche aufräumte. Dann kamen ziemlich bald Geräusche wie das Qutischen von Schuhen , Naseschniefen und Husten dazu. Es wurde dann schließlich so schlimm, dass ich mir vor Wut selber Schaden zugefügt habe oder Sachen zerschlagen habe wie z.B meinen Computer und mein Handy.
Weil ich immer viel Ablenkung durch meinen Sport hatte, habe ich es lange herausgezögert etwas zu unternehmen.Das war ein großer Fehler weil meine Reaktionen inzwischen schon komplett automatisiert und festgefahren sind und ich mich kaum noch an die Zeit erinnere , in der alles angefangen hat.Vor einem Jahr habe ich dann schließlich eine Therapie angefangen, die jedoch zu nichts geführt hat. Ich weiß noch, dass in einer der ersten Stunden gesagt habe, dass es meine größte Angst ist, dass es mal so schlimm wird , dass ich noch nicht mal mehr mit meinem Vater sprechen kann. Genau das ist eingetroffen und ich kann inzwischen nicht mehr in einem Raum mit ihm sein, ohne Ohropax zu benutzen. Es tut sehr weh jeden Tag beobachten zu müssen wie wir uns auseinander leben und wie schlimm es für meinen Vater ist.
Ich hab jetzt den Therapeuten gewechselt, weit gekommen sind wir jedoch noch nicht. Er sagt nur immerzu, dass er von so etwas noch nie gehört hat und er erstmal meine Gefühle verstehen müsste, um mir helfen zu können.
Ein Gutes hatte die Therapie jedoch. Wir haben in vielen Gesprächen gelernt, als Familie damit umzugehen und mein Therapeut hat viel und oft mit meinen Eltern allein darüber gesprochen. Er hat ihnen auch erklärt, dass das alles nichts bösartiges von mir ist und ich nichts dafür kann und dass ich meinen Vater deswegen nicht hasse. Auch meine Geschwister sind eingeweiht und helfen mir viel. Das macht alles etwas einfacher :)


Ich hatte schon vor 3 oder 4 Jahren im Internet nach Rat gesucht, damals gab es aber nicht mehr als vereinzelt ein paar Berichte von Betroffenen, in denen ich mich jedoch nie wiederfinden konnte. Ich habe mich deswegen sehr gefreut, als ich jetzt ein paar Jahre später so viel im Netz finden konnte und endlich gemerkt habe, dass ich nicht allein bin und ich nicht vollkommen spinne.
Frustrierend war es natürlich zu lesen, dass es noch keinen Fall gab der geheilt wurde, aber es tut gut, dass Alles hier mal schreiben zu können :)
Ich hoffe mein Beitrag passt hier in etwa rein :)