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Arina

Beginner

Beiträge: 28

Wohnort: Ravensburg

Beruf: Bauzeichnerin

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20

Dienstag, 7. Juni 2016, 17:09

Willkommen im Club

...könnte meine Geschichte sein :-) nur bei mir sind es mittlerweile 43 Jahre mit dieser Störung. Lass dich nicht unterkriegen!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Arina« (8. Juni 2016, 13:10)


chebeti

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Beruf: Ass. GF

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19

Montag, 6. Juni 2016, 13:27

Seit ca. 26 Jahren

quält mich diese Krankheit. Allerdings weiß ich erst seit ca. 4 Wochen, dass es eine Krankheit ist. Ich war erleichtert, dass es dafür einen Namen gibt. Jetzt kann ich auch meinen Eltern davon erzählen. Ich habe hier schon so viele Berichte gelesen, in denen ich ganz viele meiner Trigger wieder gefunden habe. Ich wusste nicht einmal, dass es Trigger sind. Bei mir hat es mit den Kaugeräuschen meiner Mutter angefangen. Ich habe beim Essen immer Musik an, entweder über die Anlage oder über Kopfhörer. Dies mache ich auch in einem leisen Restaurant. Mir ist es egal, ob die Leute mich komisch anschauen. Sie haben ja keine Ahnung. Wenn niemand ist, trinkt, pfeift, singt oder schluckt, mag ich es am liebsten leise. Ich höre wahnsinnig gern Hörbücher. Wenn der Sprecher aber eine sehr schmatzende Aussprache hat, bin ich nicht in der Lage, der Geschichte zu folgen. Ich muss es dann ausmachen. Mein Mann hat heraus gefunden, was mich quält und das es einen Namen dafür gibt. Mein Mann hat mir damals (vor 8 Jahren) einen MP3-Player geschenkt. Er kann es nicht nachvollziehen, hat aber Verständnis. Meine Familie ist wirklich lieb. Sobald sie anfangen zu essen, gehen sie aus dem Raum. Im Auto ist Essen entweder nicht oder nur bei ohrenbetäubender (im wahrsten Sinne des Wortes) Musik erlaubt. Leute, die Kaugummi kauen, müssen diesen wegwerfen, Bonbons müssen schnell gegessen werden. Ich erlebe immer wieder, dass sich essende Leute immer neben mich setzen. Es kann soviel Platz oder andere Plätze schöner sein. Nein, sie essen immer neben mir. Es ist zum verrückt werden. Apropos verrückt: Ich bin so froh, dass ich doch nicht total bekloppt, sondern eher unschuldig an der ganzen Situation bin. LG

18

Dienstag, 8. März 2016, 09:30

Ich bin sprachlos

Hallo zusammen, jetzt muss ich nach einigem Lesen auch mal meine Gedanken los werden. Ich bin angenehm überrascht,
wie viele doch das gleiche Problem wie ich habe. Ich habe immer gedacht, ich bin nicht ganz dicht im Kopf.....sich über
Geräusche aufregen ist doch einfach lächerlich. Das Schmatzen, Schlürfen oder auch das Kaffee-Glucksen macht mich
wahnsinnig...ich bin erschrocken über mich selbst, weil ich regelrecht Haßgefühle entwickle. Wenn mein Partner ein Brötchen
ist und dabei mit den Zähnen knackt geht meine Laune auf den Nullpunkt und ich würde am liebsten abhauen. Ich fange schon
an, das Frühstücken zu vermeiden..... :(
Mittlerweile ist die ganze Situation ganz schön belastend: Geräusche im Büro, wenn jemand pfeift oder laut trinkt...ich bekomme
sofort schlechte Laune.... ;-(

17

Sonntag, 26. Juli 2015, 15:02

auch ich bin neu hier

Hallo in die Runde,

Auch ich bin neu hier und bin froh, diese Gruppe gefunden zu haben. Es hilft schon ungemein, wenn man weiss man ist nicht allein auf der Welt mit ihren ganzen bösen Geräuschen.

Schwierig ist es erst richtig in einer Partnerschaft. Ich habe das zurzeit. Mein Partner will immer Rücksicht nehmen obwohl es sich ja um 'normale' Geräusche' Bewegungen ECC. Handelt, die nun mal nicht zu vermeiden sind. Dadurch baut sich Spannung auf bei beiden.

Wie Stephan es schon beschrieben hat, kommt die Aussage "dann SAG mir doch was ich vermeiden kann". Gerade das ist sehr schwierig, weil es mich überfordert. Ich kann niemanden zwingen 'normale' Dinge auszuschalten.
Was mich interessiert Stephan, konntest du es denn irgendwann mal so umsetzen bzw. Hast du im Moment eine Beziehung oder liegt das schon länger zurück?
Ich weiss nicht was ich machen soll. Auf der einen Seite liebe ich ja meinen Partner aber auf der anderen Seite
wäre es sinnvoller allein zu bleiben.

Ich bekomme kein Ekelgefühl gegenüber meinem Partner, jedoch immense körperliche Auswirkungen und Wut auf diese Geräusche, nicht auf meinen Partner (mit dem ich auch nicht zusammen lebe).

Gruss
Linda

Arina

Beginner

Beiträge: 28

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16

Dienstag, 9. Juni 2015, 11:41

Hi Richi

...genau so sehe ich das auch! Misophoniker nehmen tausende von Signalen auf (die meisten davon nimmt ein "Normalo" gar nicht wahr) - nicht nur Geräusche, auch Bilder. Wir nehmen sie nicht nur wahr - wir analysieren sie auch. Das bringt enorme Vorteile für die Allgemeinbildung und auch im Beruf. Das Problem ist, dass unser Gehirn irgendwann überlastet ist - Arbeitsspeicher ist voll, aber wir können nicht aufhören, visuelle und akustische Reize wahr zu nehmen und zu analysieren. Die Aufgabe für Miso-Forscher wäre den "Schalter" zu finden, mit dem wir diese (an sich tolle) Eigenschaft, jedes noch so kleines Detail aufzunehmen, selber steuern könnten...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Arina« (9. Juni 2015, 16:38)


15

Dienstag, 9. Juni 2015, 08:36

Ja - Positiv in die Zukunft gehen!

@Arina

Danke Arina, du hast recht, es ist nicht alles immer so schlimm wie auf den ersten Blick.

***

Menschen mit Misophonie gehören zu der Gruppe Hochsensibler, welche schätzungsweise 10-12% der Weltbevölkerung ausmachen. Miso ist nur ein kleiner Teil davon, da gibt es noch viele andere Gruppen. Genauso wie es bei unseren frühen Vorfahren die Gruppe der Jäger, Führer und Beschützer etc. gab, nahmen du dieser Zeit die hochsensiblen ebenso eine prägnante Rolle in der Gemeinschaft ein. Sie sorgten für den Zusammenhalt, das rechtzeitige erkennen von aufkommenden Kriesen/Problemen und waren bei der Beratung von Führungskräften von unerlässlicher Wichtigkeit.
Heutzutage wird deren Fähigkeiten oft unbewusst in der Wirtschaft und Politik ebenso eingesetzt wie in anderen Bereichen. Z.B. viele Künstler, Designer oder Schauspieler zeigen starke Ausprägungen von Hochsensibilität.

Man sollte versuchen solche Menschen in Ihren Stärken zu fördern und Sie auf Ihnen Mut zu machen Ihren Weg zu gehen.
_____________
Misophonie.info

Arina

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14

Montag, 8. Juni 2015, 21:06

Nur keine Panik! Ja, Miso macht das Leben nicht unbedingt einfacher, aber Du hast dich sicherlich schon hier im Forum davon überzeugen können, dass man auch als Misophoniker vieles erreichen kann - wir sind alle (nehme ich mal an:-) ) intelligente Menschen mit Beruf und Familie. Lass deiner Tochter Zeit mit dem neuen für sie Erkenntniss, dass sie Miso hat, klar zu kommen. Jetzt, wo sie eine "Diagnose" hat, wird sie sich ein paar Regeln festlegen müssen, ein paar Tricks erfinden, sich vielleicht passenden Gehörschutz besorgen - mit einem Wort ihr Leben MIT dieser Störung einrichten. Es geht! Mit Unterstützung der Familie, Freunde und ggf auch Arbeitskollegen.
Ich bin keine geborene Optimistin und habe immer mal wieder schwierige Tage, an denen ich frustriert und sauer bin: wieso musste es ausgerechnet mich treffen? Dann schau ich mich um und stelle fest, dass es viiiiel schlimmeres gibt, und dass wir eigentlich keinen Grund zum Jammern haben. Du bist das, was du aus dir machst - schwierige Lebensumstände hin oder her!

13

Samstag, 6. Juni 2015, 13:42

Liebe Arina!
Danke für deine lieben Worte!
Ja,wir waren zuerst sehr euphorisch , endlich was gefunden zu haben was "passt" ...allerdings , beim näheren belesen habe ich furchtbar geweint.
Das ist total grausam.
Ich überlege zb Plastikgeschirr zu holen. Mir machts nix aus - ihr hilft es vielleicht.
Das blöde ist, das man versucht die s-laute in irgendeiner Weise zu umgehen..sie anders auszusprechen. Aber das ist echt ein verbiegen udn bringt nix .
Sie hat immer gesagt das sie mich liebt und ich die wichtigste Perosn für sie bin. Nur kann man das schlecht glauben,wenn die gleiche Person ein paar Minuten später aus dem Zimmer geschossen kommt und einen anbrüllt.
JETZT weiss ich ,es ist die Krankheit und somit erträglicher für mich.
Ich habe nur eine irre Angst um ihre Zukunft.
Wird sie jemald nen Job finden?
Ihren Abschluss schaffen?
All das war ja bisher quasi unmöglich für sie! Ich dachte immer das kann nicht wahr sein, sie spricht zb fliessend Englisch udn hatte ne 5 aufm Zeugniss. Warum? Weil die Geräusche sie wahnsinnig machen.
Da hab ich noch ne Frage...was ist ein "Noiser"?


Arina

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12

Freitag, 5. Juni 2015, 23:44

Hallo wupperpraline

Ich bin genauso allergisch auf s- und z-Laute, und auch das Geschirrklappern macht mich wahnsinnig - deine Tochter hat diese Störung, eindeutig. Keine erfreuliche Feststellung, aber versuch das mal so zu sehen: jetzt wisst ihr wenigstens, was es ist und dass deine Kleine damit nicht alleine ist. Meine Tochter ist 26 und hat auch Miso (sehr wahrscheinlich von mir geerbt) - mit dem Vorteil, dass ich ihre "Ticks" schnell erkannt und richtig gedeutet habe. Leider werden Trigger meist durch die Personen hervorgerufen, die einem am nähesten stehen. Also entwickelt man Aggressionen gegen eigene Familie... Du musst aber wissen und dir wirklich sicher sein - deine Tochter meint es nicht böse, es ist nur ihre Krankheit!
Richie hat dir schon die wichtigsten Tipps gegeben - das Mädchen soll sich wenigstens daheim sicher und verstanden fühlen! Gib ihr die Möglichkeit auf Distanz zu gehen immer und überall, wenn sie das braucht, und nimms nicht persönlich! Sie soll versuchen den Stress jeder Art zu vermeiden, vor allem Dauerstress ist gefährlich - da können neue Trigger entstehen.
Meine Tochter hat sich eine Mitze aus dem Tierheim geholt - sie wirkt auf sie sehr beruhigend...
Wir sind für dich da hier im Forum, solltest du Fragen haben oder das Bedürfnis, Dir den Kummer von der Seele zu schreiben...

11

Freitag, 5. Juni 2015, 17:21

Hallo Richy...
ja was für Typ ist Deborah?
Also sie ist 18.
Typ Ghettobraut mit Herz.:-)
Ihre Hobbys sind Ps zocken,Handy,schlafen.
Ich weiss ,es klingt kurz. Es ist halt nicht länger ;-)

10

Freitag, 5. Juni 2015, 14:41

willkommen auf dem Forum. Es ist schön zu sehen, dass es Eltern gibt die sich so sehr bemühen dem Problem des Kindes anzunehmen. Dies ist def. nicht üblich, da Misophonie noch kaum bekannt ist und in der Regel genau das Gegenteil geschieht, die Kinder stossen auf Unverständnis und Spot. Ich will diese Eltern desswegen nicht verurteilen, sie wissen es ja nicht besser und die Ärzte leider auch nicht.

Als erstes möchte ich Dir den Rat geben, dass Du Deiner Tochter zumindest in Eurem Zuhause einen Rückzugsort schaffst. Sie soll ruhig mit Ohrstöpsel oder Kopfhörer rumlaufen können, auch beim Essen etc. Sie braucht ganz dringend die Sicherheit dieses Zufluchtsortes. Es ist für die Angehörigen auch nicht leicht, ich kenne dies aus eigener Erfahrung, aber so könnt Ihr am schnellsten und effektivsten helfen.
Zudem sollte Deine Tochter im Unterricht und bei den Prüfungen ebenfalls Ohrstöpsel tragen können - verbieten kann Ihr dies niemand!! Musikhören währenddessen geht natürlich nicht (in der Regel).

Hat Deine Tochter ein Hobby, macht Sie Sport oder sonstige Aktivitäten welche Ihr gut tun? Was ist Sie für ein Typ, wie alt ist Sie?
Bevor wir Ärztetechnisch ins Detail gehen, wäre dies gut zu wissen.
Wir freuen uns wieder von Dir zu lesen und ich wünsche einen wunderschönen Sommertag!
_____________
Misophonie.info

9

Freitag, 5. Juni 2015, 10:20

Hallo ,hier is eine Mama deren Tochter anscheinend Misophonie hat

Hallo ihr Lieben,
meine Tochter Deborah hat anscheinend Misophonie. Ich bin mir sicher. Seit Monaten klappern wir einen Arzt nach dem anderen ab. HNO da ich die Vermutung hatte es wäre Hyperakusis. Alle Weisheitszähne wurden entfernt. Augenarzt konnte auch nichts feststellen. Am Ende dachte ich einfach , sie hasst mich.Mir kam es widersprüchlich vor das sie auf der einen Seite so extrem Aggressiv auf verschiedene Dinge reagiert , aber auf der anderen Seite extrem laute Musik ihr nichts ausmachte. Teilweise hab ich versucht Husten zu unterdrücken, leise zu atmen ect pp.
Sie flippt total aus wenn ich verschiedene S`laute sagen (ich lispel nicht :-) ) ocher Ch`laute. Geschirrklappern und sie bekommt sofort Kopfweh , teilweise so schlimm das sie sich mehrmals vor dem Kopf schlägt. Vom Clusterkopfschmerz bis hin zum Autismus hatte ich alles in mich aufgesogen was ich an Infos bekam. Nichts passte irgendwie. Ende des Monats haben wir einen Termin beim Neurologen. Gestern wars besonders schlimm. So schlimm das ich mich ans Internet gesetzt habe und versucht habe irgendwas Vergleichbares zu finden. Und dann hab ich Misophonie gefunden. All das passt einfach...Deborah war erleichtert...endlich was,was auf sie genau passt. Und ich auch. ICh gebs zu , ich hab sie teilweise echt gehasst, saß nachts heulend aufm Balkon weil ich es kaum noch ertragen konnte das ich zb in der Küche normal redete, sie aus ihrem Zimmer stürmte. Mich anschrie.alle Türen knalle und in ihrem Zimmer weiter fluchte und Sachen warf. Jedenfalls ist sie nicht alleine....und ich weiss das sie das ganze nicht böse meint. Ich bin sooooo froh das es hier ein Forum gibt. TIps von eurer Seite nehm ich gerne entgegen! Sie selbst stopft sich einfach Musik in die Ohren wenns nimmer geht. ... Sie versucht das dritte Jahr in Folge ihren Abschluss nachzumachen. Sie sagt, sie weiss das sie es auch diesmal nicht schafft weil die Geräusche sie irre machen.

Arina

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8

Montag, 1. Juni 2015, 20:22

Hallo Carmen

Hallo Carmen, über egger Gehörschutz habe ich auch hier erfahren und mir diesen sofort bestellt. Nicht gerade günstig, aber es lohnt sich auf jeden Fall.
Ich kann gut nachvollziehen, dass Du Hemmungen hast über Miso zu reden - lass dir Zeit und machs langsam, Schritt für Schritt - das habe ich auch so gemacht. Erstmals die Familie informiert, dann auch einige von meinen Kollegen. Die Reaktionen waren größtenteils positiv! Allerdings habe ich mich erst mit 50 und nach einem langen Leidensweg zum Outing getraut... Machs besser als ich und warte nicht so lange - die Zeiten sind reifer als noch von 10, 20 Jahren, und unsere Gesellschaft offener und hilfsbereiter!

Carmen

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Beiträge: 21

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7

Montag, 1. Juni 2015, 08:53

Hallo Arina,
danke für deinen Hinweis auf den Egger ER Gehörschutz. Ich habe mir gerade dazu einen Anbieter in meiner Nähe raus gesucht. Werde mich da wohl man überwinden müssen.
Ich habe Hemmungen mit einem fremden Menschen, welcher mir gegenüber steht über mein Problem zu sprechen.
Hier im Forum ist das etwas anderes. Jeder hier hat diese Krankheit. Jeder weis wie belastend diese ist.
Danke für den Tip.

Gruß Carmen

Arina

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6

Samstag, 30. Mai 2015, 20:05

Hallo Steffi, willkommen im Club :)
Ich habe beim Essen immer meinen Egger ER (Gehörschutz) im Ohr - das hilft! Habe mir mittlere Filter einsetzen lassen - das blockiert nicht alle Geräusche, sodass man an Gesprächen am Tisch teilnehmen kann, dämpft aber die störenden Essgeräusche. Probier's mal - das erleichtert ein wenig das Zusammensein in der Familie...

5

Samstag, 30. Mai 2015, 18:01

Auch ganz neu :)

Hallo Zusammen,

ich reihe mich hier jetzt einfach mal ein, denn ich bin total froh mich in vielen Erfahrungsberichten von euch wieder zu finden. Endlich hat das ganze Drama einen Namen für mich.
Ich hab zufällig auf Facebook gelesen, dass man unser "Leiden" Misophonie nennt, gegoogelt und bin hier gelandet.
Ich habs seit der 5. Klasse, auf einmal hat mich morgens das Essgeräusch meiner Mama gestört, nach und nach kamen dann immer mehr Trigger hinzu, besonders schlimm waren (und sind es immer noch) Schluckgeräusche, Pfeifgeräusche und andere Atemgeräusche, Schnarchen, Nüsse, Äpfel und andere "laute" Lebensmittel beim Kauen, Türen knallen, trampeln, Bassgeräusche durch Wände und noch viel mehr. Visuell verrückt machen mich alle zappeligen Bewegungen im Augenwinkel und Finger knibbeln, wobei diese Trigger erst in den letzten Jahren dazugekommen sind.
Auch als sehr störend empfinde ich wenn ich zB. im Bus sitze und jemand hinter mir dauernd gegen den Sitz donnert- ob das allerdings direkt mit der Misophonie zu tun hat weiß ich nicht, ich fühle dann aber die gleiche Aggression, wie eben auch bei Geräuschen.
Meine Familie hatte dafür natürlich kein Verständnis, gerade mit meinem Papa hatte ich sehr oft Zoff deswegen, was eigentlich auch nur der einzige wirkliche Streitpunkt meiner Kindheit war, ich kann meinen Eltern nix vorwerfen. Aber Sprüche wie: "Dann hör doch weg" kenne ich sehr gut, beim Essen
aufstehen durfte ich auch nicht und wurde somit oft aggressiv und habe mehr oder weniger bewusst Streit angefangen, um für mich von den Geräuschen abzulenken und die Wut etwas abzulassen. Leider habe ich meine Eltern dadurch auch sehr oft verletzt, im Nachhinein bin ich nun froh, dass ich zumindest nichts dafür konnte, wenn es die Situation mal ergibt, werde ich mit ihnen darüber auch nochmal sprechen, denn das Verständnis ist mir sehr wichtig.

Wegen der Misophonie habe ich zwei Mal die Wohnung und einmal den Job gewechselt, im Endeffekt war das für mich auch eine treibende Kraft ein eigenes Haus zu kaufen, denn Nachbarn sind für mich durch irgendwelche- ja eigentlich normalen Geräusche- extrem störend.
Zum Glück habe ich heute einen verständnisvollen Mann, der natürlich auch des öfteren traurig ist, weil ich zB. schimpfend wärend des Essens aus der Küche renne, aber er achtet drauf und gibt sich ganz ganz viel Mühe. Beim Essen läuft immer das Radio, das lenkt ein bisschen ab, ich schlafe mit Ohropax und habe zudem mein eigenes Zimmer, was für mich die einzig große Belastung ist, denn ich vermisse meinen Mann neben mir, wir haben noch nie eine Nacht miteinander verbracht und ich glaube nicht nur ich vermisse diese Nähe...

Im Großen und Ganzen bin ich aber glücklich, besonders mein Mann, der mich so akzeptiert wie ich bin, trägt viel dazu bei. Allerdings habe ich auch ein wenig Angst, dass es mit der Zeit immer mehr Trigger werden. Ich hoffe, dass es bald eine Therapie oder irgendetwas wirklich Hilfreiches für uns gibt!
Jetzt bin ich aber erstmal froh nicht allein zu sein :)

Viele Grüße
Steffi

Horchnase

Fortgeschrittener

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Wohnort: Mülheim

Beruf: Bürokaufmann

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4

Freitag, 29. Mai 2015, 15:23

Herzlich willkommen im Forum! Mach' dir keine Sorgen über lange Beiträge - manchmal muss das einfach sein und es tut gut, diese Dinge loszuwerden. Hier triffst du mit Sicherheit auf volles Verständnis!

3

Freitag, 29. Mai 2015, 12:18

neu hier

Hallo Mitleidende,

erst gestern erfuhr ich von meiner erwachsenen Tochter von Misophonie! Sie war wohl drauf gestossen und meinte dass ich mich dort wohl
sehr gut wiederfinden würde.
Als ich dann den Begriff gegoogelt habe war ich baff. Seit früher Kindheit habe ich mich gefühlt wie ein Alien, von einem Ufo hier abgesetzt
und vergessen.
Anfangs waren es Atemgeräusche (Schlafgeräusche des kleinen Bruder im gemeinsamen Kinderzimmer), dann kamen die schnaubenden Atemgeräusche
der Mutter dazu wenn sie sich bückte oder etwas aufhob und dergleichen.
Zeitgleich oder paralell erkrankte mein Vater an Chorea Huntington (Zappelkrankheit) und mein Leben zuhause wurde zur Hölle.
Schmatzen, Kaugeräusche, Gesichtsgrimassen, nervöses Hantieren ..... es war grausam.
Anfangs wurde ich gezwunden dies alles zu ertragen ohne wegzulaufen weil "Der Papa kann ja nix dafür..."
---
Nur ihr hier könnt vermutlich verstehen wie egal es mir war ob mein Vater was dafür kann oder nicht!
Fast alle Partnerschaften scheiterten an meinem übersensiblen Mißempfinden; und da, wo andere Gründe zur Trennung führten hätte es früher oder später
eh zur Trennung geführt.

Reden konnte und wollte ich möglichst nie darüber. Auch wenn mir Partnerinnen zum Teil sagten: Sag mir doch was los ist und was ich tun bzw. unterlassen soll
damit ich es ändern kann.
Ich mochte deswegen nicht darüber sprechen weil meine Erfahrung zeigte dass die kontraproduktiv für mich schien. Mußte ich doch nach so einem Gespräch
beim wiederholten "Nerven" des Gegenübers davon ausgehen dass sie/er es extra macht. - ein Teufelskreis -
---
Ich habe auch das Gefühl, dass all diese Dinge mit den Jahren nur schlimmer und mehr wurden. Etliche Psychotherapien, stationär und ambulant, führten zu gar nichts.
Misophonie war auch nie Thema. Also kam ich mir wieder so vor als einziger Mensch auf Erden dieses Empfinden zu haben.

Parternschaften sind mir unmöglich geworden, Freundschaften kann ich nur sehr eingeschränkt pflegen, meinen Beruf mußte ich an den Nagel hängen (Frührente) und und und...

Mein Leben ist gut solang ich allein bin und mit meiner Vermeidungsstrategie umgehen kann wie ich es grade brauch.

So muß ich z.B. auch Fernsehsendungen/Reportagen/Talkshows etc. wegschalten wenn jemand (meißt Frauen) unnötigerweise oder auch nötigerweise ihre Haarsträhne aus
dem Gesicht schleudern müssen mit einer tickhaften Kopfbewegung, oder wenn jemand schwer durch die Nase atmend in sein Mikrofon "pfeift". Ein Tastendruck auf die
Fernbedienung und mein Problem ist zumindest für den Augenblick erstmal wieder gelöst.

Früher, ach was sage ich, fast mein Leben lang, habe ich dieses Problem mit Alkohol bekämpft und zum Teil kurzfristig in den Griff bekommen. Aber ich wurde süchtig und
mein Trinken verselbstständigte sich. Am Ende half auch dies nicht mehr, es funktionierte einfach nicht mehr.

Vor geraumer Zeit hörte ich von HSP (High sensitiv Person) und fand mich dort schon relativ gut verstanden. Wobei ich im Austausch mit anderen HSP doch immer wieder
raushörte, dass mein Problem weit umfassender ist.
Seit gestern sehe ich, dass ich auch damit nicht ganz allein auf der Welt bin.

Nun hoffe ich im Austausch mit euch hier Lösungen für mich zu finden, wohl wissend dass ich keine Heilung erwarten kann und werde.

Das von Chrissi beschriebene "Gefummel" der Mutter mit den Händen kann ich 1zu1 nachempfinden; bei meiner Mutter wird es von Mal zu Mal schlimmer (gefühlt), und mehr
als ein paar Stunden am Stück kann ich in ihrer Nähe nicht aushalten. Das tut ihr weh und ich habe zwar ehrlich drüber gesprochen, aber das "Ich versteh Dich ja!" nehme ich
ihr auch nicht immer ab. Und wer kann das auch nachempfinden? Ich sage immer: Ich wünsche niemandem dies wirklich nachempfinden zu können!!!

Danke denen die bis hierhin gelesen haben; ist vielleicht doch gleich etwas lang geworden.

LG

Stephan

Carmen

Beginner

Beiträge: 21

Wohnort: Berlin

Beruf: Speditionskauffrau

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2

Mittwoch, 20. Mai 2015, 12:35

Auch neu hier

Hallo an alle,

auch ich bin froh endlich zu wissen was ich habe. Warum ich anders bin als andere. Es ist schön zu wissen, dass ich nicht alleine bin. Das es viele Leidensgenossen gibt.
Vieles was hier beschrieben wird, trifft auch bei mir zu. Essgeräusche( Beim essen ist Radio ein muss. Ohne geht garnicht), das reiben trockener Haut (macht z.B. mein Mann gern. Er liegt auf dem Sofa und "scharrt" sich seine Füsse. Unbewusst, wie er mir sagt). Bei dem Geräusch könnte ich durch drehen.
Aber nachdem ich diese Seite und das Forum gefunden habe und mich in vielen Berichten wieder erkenne, habe ich mit ihm und meinem Sohn darüber gesprochen. Ich habe mir einige Berichte ausgedruckt, die meine Probleme beschreiben und diese den beiden zum lesen gegeben.
Ich muss sagen, dass mir das schon sehr geholfen hat. Es ist ein Druck von mir abgefallen. In bestimmten Momenten habe ich ihn ja schon richtig gehaßt. Und gleichzeitig tat er mir leid. Denn er konnte ja nicht wissen was mit mir ist, warum ich von einem Moment zum anderen total verändert bin. Regelrecht aggresiv.
Ich habe ja schon gedacht ich werde oder bin verrückt. Darüber zu sprechen war mir ein grauen.
Ich weise mittlerweile vorsichtig darauf hin, was mich stört. Ernte zwar noch nicht immer Verständnis, da er sich schon sehr gegängelt fühlt. Da antworte ich ihm, dass es zu meinem Schutz ist. Und dann entspannt sich das ganze zum Glück.
Es tut gut darüber zu schreiben. Ich hoffe wir bekommen irgendwann Hilfe.
Wenn ihr was neues in Sachen Heilung, Linderung oder der gleichen wisst, dann lasst es mich bitte wissen.
Ich danke euch.

Gruß Carmen

Chrissi

unregistriert

1

Mittwoch, 8. April 2015, 10:45

Neu hier

Hallo Mitleidende,
seit meiner Kindheit leide ich unter Misophonie, bin aber durch Zufall erst vor Kurzem auf den Begriff gestoßen. Bislang dachte ich, ich sei einfach überempfindlich und aggressiv, es läge nur an mir. Seit dem Lesen einiger Beiträge bin ich erleichtert, nicht alleine zu sein, aber im Alltag hilft mir das auch nicht weiter, fürchte ich. Mir stellt sich vor allem die Frage, ob ich meinem Umfeld davon erzählen soll oder nicht. Die schlimmsten Trigger sind bei mir jegliches Gefummel mit Händen, was vor allem meine Mutter und mein Sohn haben, aber auch Schmatzgeräusche, das Rascheln mit Plastikfolie bzw.-tüten und Ähnliches. Es tut mir so leid, dass besonders mein Sohn oft von mir angeblafft wird, der ja nun nichts für meine Empfindlichkeit kann. Die Aggressionen gegen meine Mutter haben zu einer sehr schlechten Beziehung insgesamt geführt, ich muss seit 20 Jahren immer quasi böse auf ihre Hände starren, als könnte ich sie hypnotisieren, dass sie mit dem ewigen Gefummel aufhört. Meine Frage an andere wäre, wie die Reaktionen in eurem Umfeld waren. Mein Mann ist zum Glück sehr verständnisvoll und bemüht sich, einige der Geräusche, von denen er weiß, was sie bei mir auslösen, aktive zu vermeiden. Früher hat er z.B. immer gerne Joghurt mit Honig gelöffelt und nach jedem Löffel diesen von oben bis unten einzeln abgeschleckt. Das machte mich wahnsinnig, doch er nimmt wirklich Rücksicht. Bei meiner Mutter erwarte ich keinerlei Einsicht durch den Befund "Misophonie", meine Eltern würden mich vermutlich auslachen und sagen, ich müsse mich halt daran gewöhnen. Dazu muss ich sagen, dass es in meiner Familie nicht erlaubt ist, offen über solche Dinge zu sprechen. Der Hass gegen das Gefummel läuft ausschließlich über Blickkontakt, auch meine Mutter hat das Thema noch nie angesprochen, es ist quasi ein No-Go.
Es tut gut, zu wissen, dass ich nicht alleine bin mit meinem Problem. An Tagen, an denen ich bedingt durch meinen Zyklus gereizter bin als sonst, nehme ich mir immer mal eine Auszeit und entschuldige mich von einer Mahlzeit, davon hat meine Familie dann mehr, als mich schlechtgelaunt zu ertragen, dies ist das einzige, was mir bislang hilft, mich der Situation zu entziehen. Ich lehne es ab, Medikamente einzunehmen. Ansonsten bin ich dankbar für Tipps, wie man entspannter mit dem Problem Miso leben kann.
Danke für´s "Zuhören"!
Chrissi