Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Misophonie.info. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

7

Sonntag, 8. Januar 2017, 11:25

Buch "Misophonie verstehen und überwinden"

Hallo allerseits,
ich kann das Buch "Misophonie verstehen und überwinden" (von Thomas Dozier), das Andreas herausgegeben hat, nur wärmstens empfehlen!!! Es enthält interessante Hintergrundinfos, Beispiele und ganz viele praktische Tipps!
LG

6

Donnerstag, 8. Dezember 2016, 13:10

es gibt viiiiiele, viiiiele, viiiele Hypnosetherapeuten...

Dem schließe ich mich an.
Mein Sohn hat es mit dieser Adresse versucht (http://www.hypno-coach.de/), weil die Misophonie auf ihrer Webseite gelistet haben. Das war eine sehr teure Sitzung, die außer Frust nichts gebracht hat. Mein Sohn meinte: reine Abzocke.
Wahrscheinlich passt manchmal einfach alles, und dann tut sich was. Es gibt ja immer mal wieder Erfolgsberichte. Schön wäre es, wenn die Betroffenen selbst hier bei Erfolgen berichten würden.

5

Mittwoch, 7. Dezember 2016, 21:00

Hypnose Sitzung statt Arztbesuch

"Geräusche sind kein Thema mehr"


Unten stehend findet Ihr das Feedback der Mutter eines jugendlichen ehemaligen Misophonikers - ich hoffe, dass es Mut macht! Wir brauchten 2 Sitzungen, wobei die 1. Sitzung den Haupterfolg brachte, die 2. noch dazu diente, einzelne verbleibende Problemsituationen auszuschalten und allgemein die neuen Erkenntnisse zu festigen. Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Misophonie rate ich dringend, das Thema baldmöglichst anzugehen. Natürlich nur, wenn die Betroffenen selbst diesen Wunsch haben - das ist wichtige Ausgangslage für den Heilungserfolg. Nun aber der Reihe nach:...das Feedback findet Ihr dann ganz zuunterst.


Ich befasse mich nun schon seit längerem mit dem Thema. Eines wurde dabei klar: HNO Spezialisten können eine Misophonie diagnostizieren, aber medizinisch ist gegen diese "Störung" kein Kraut gewachsen. Wie auch...es liegen keine physischen Beeinträchtigungen vor, das Gehör wirkt zu 100% gesund. Vermutlich hat die Misophonie aber auch weniger mit dem Gehör zu tun als mit einer neurologischen Störung. Ich bin kein Freund der "Selbstdiagnose" - aber im Fall der Misophonie wissen Betroffene meist sehr genau, ob die entsprechenden Schilderungen der selektiven Geräusch Intoleranz auf sie zutreffen oder nicht.

Ich habe bereits mehrere Posts gemacht in diesem Forum. Seither ist einige Zeit vergangen - ich durfte in der Zwischenzeit mit weiteren Misophonikern arbeiten. Nicht alle Therapiesitzungen wurden von Erfolg gekrönt. Der Post soll aufzeigen, dass es Wege gibt, die funktionieren. Ich hab nun einige Sitzungen gebraucht, um zu verstehen, was funktioniert, und was nicht. Und ich bin überglücklich, dass der nun eingeschlagenen Weg in 2 Sitzungen so toll funktioniert hat (siehe unten). Das Wichtigste: Ich rate euch dringend, einen Therapeuten zu suchen, der bereits erfolgreich mit Miso gearbeitet hat. Hypnosetherapie ist ein unendlich dehnbarer Begriff. Der Fact, dass man die Therapie in erster Linie im hypnotischen Zustand angeht, besagt noch rein gar nichts...Es gibt dann zig erdenkliche Vorgehensweisen, wie im hypnotischen Zustand mit den Menschen gearbeitet wird. Nicht alle wirken wunschgemäss.

Der zweite wichtige Faktor ist eure eigene Ausgangslage. Das mag komisch klingen. Aber der Erfolg einer Hypnosetherapie hängt sehr stark auch von der Bereitschaft, vom Willen des Klienten ab, etwas verändern zu wollen. Also Thema "Leidensdruck". Warum? Wir Hypnosetherapeuten aktivieren in erster Linie die Selbstheilungskräfte der Klienten. Die Ausgangslage, die für die Heilung geschaffen wird, findet sich also auf rein mentaler Ebene. Mehr dazu erhält ihr im so wichtigen Vorgespräch.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Rapport Klient/Therapeut. Nehmt euch Zeit in der Wahl des "richtigen" und eben erfahrenen Therapeuten. Ihr solltet euch wohl fühlen, die Chemie, der Rapport muss stimmen, da ein uneingeschränktes Vertrauensverhältnis ebenfalls wichtige Voraussetzung für die Sitzung ist. Klingt vielleicht nach therapeutisch-theoretischem Blabla, das kann ich verstehen...ist aber das, was ich beobachte, wenn ich meine Sitzungen überarbeite.



Dann der Therapeut selbst....es gibt viiiiiele, viiiiele, viiiele Hypnosetherapeuten. Darunter viele Hervorragende, die alles mitbringen, um auf Menschen eingehen zu können. Aber eben auch viele, die sich schlicht nicht dazu eignen. Benützt euer Bauchgefühl, hört euch rum und dann werdet ihr eine gute Wahl treffen.

Die Mutter eines Jungen, den ich neulich behandelt habe, hat mir folgende Rückmeldung gegeben - ich hoffe, dass sie Mut macht.

______________________________
"Wenn der Familienalltag zum Horror wird
Wir sind eine vierköpfige Familie mit zwei Jungs, einer 13 und der jüngere 10.
Der jüngere litt bis vor Kurzem unter Misophonie. Dies entwickelte sich schleichend, d.h. immer mehr Geräusche konnte er nicht mehr ertragen und drehte zuhause regelrecht durch und wurde gegenüber dem Bruder sogar handgreiflich. Jedes gemeinsame Essen endete mit Streit, obwohl wir die Musik immer lauter stellten um zu verhindern, dass irgendwelche Geräusche ihn stören könnten. Auch das singen oder pfeifen des älteren Bruders musste abgeklemmt werden weil es sonst ausartete.
Ein Apfel in seiner nähe zu essen war echt nicht empfehlenswert. Auch neben ihm Zähneputzen durfte man nicht. Die Misophonie wurde zur Plage für die ganze Familie man war stehts darauf bedacht, keine Geräusche zu machen um keinen Streit zu provozieren. Jedoch half nichts, denn irgendwas brachte ihn immer in Rage. Ich bemerkte jedoch, dass er selbst darunter leidet und es ihn die ganze Energie kostet. Trotz des "Terrors" verstand ich ihn und seine Ausraster und bemerkte, dass er das gar nicht möchte.
Ich suchte Hilfe im Internet und suchte und suchte bis ich auf deiner Seite landete. Hypnose - naja man hält sich ja dann an jedem Strohhalm der man findet fest, denn man möchte dass es ändert. Jedoch habe ich dies mit meinem Sohn dann gemeinsam angeschaut und er willigte sofort ein dass er dies versuchen möchte. Gesagt, getan!
Nach der ersten Hypnose Behandlung hatte sich die Lage schon unglaublich entspannt er reagierte immer weniger auf Geräusche und auf gewisse gar nicht mehr. Wir, die ganze Familie konnten dies kaum glauben. Auch er selbst war sehr erstaunt und erfreut.
Es kam ruhe in den Alltag und wir erfreuten uns Tag für Tag, dass es immer weniger wurde. Im Gespräch mit meinem Sohn kam heraus, dass er unbedingt noch einmal zur Hypnose möchte und dies noch verfestigen will. Also machten wir nach einem Monat einen zweiten Termin.
Nach dem zweiten Termin reagierte er auf gar nichts mehr. Er wirkte sehr entspannt konnte sich plötzlich beim Lernen besser konzentrieren, seine sportliche Leistung besser abrufen und schläft nun auch besser. Geräusche sind kein Thema mehr.
Danke Bettina.
Ich kann jedem, der das kennt und sich in dieser Situation befindet, nur empfehlen, diesen Schritt zur Hypnose zu wagen, es lohnt sich total!"


www.hyplounge.ch

Horchnase

Fortgeschrittener

Beiträge: 124

Wohnort: Mülheim

Beruf: Bürokaufmann

  • Nachricht senden

4

Donnerstag, 27. Oktober 2016, 09:56

Ich würde generell vorschlagen jeden Ansatz zu verfolgen.

Die meisten Ärzte - egal welcher Fachrichtung - kennen die Misophonie heutzutage sowieso nicht, vermutlich auch deswegen, weil es z. B. noch keine Diagnose dafür gibt im Diagnosenverzeichnis.

Man muss sich aktuell von dem Gedanken lösen direkt den "richtigen" Therapeuten/Arzt aufzusuchen. Ich würde einfach alles ausprobieren. Vielleicht hat ja einer der Ärzte eine zündende Idee oder er findet eine Therapieform, die funktioniert?

Hier im Forum wird jedenfalls von verschiedenen Nutzern über alle möglichen Arztbesuche und Therapieversuche berichtet und bisher hat noch keiner den Stein der Weisen gefunden...

3

Samstag, 22. Oktober 2016, 08:38

Hallo Andreas.

Vielen Dank für deine Antwort. Ich habe mir gleich das Buch bestellt. Das gibt es ja noch gar nicht so lange auf deutsch und bin eifrig am Lesen. Sehr interessant. Obwohl mich diese Störung belastet, ist es auch einfach hoch interessant - wie und warum so etwas entsteht. Bei den Selbsthilfetipps bin ich noch nicht angelangt. Aber ich bin soo froh etwas über dieses Thema lesen zu können und denk mir bei jedem Umblättern "Ja genau. Stimmt. So gehts mir auch." Ich kann das Buch nur empfehlen.
Also nochmal vielen Dank für die Empfehlung und den Link zur Homepage. Mal sehen, ob ich mich selbst therapieren kann. Bin auf jeden Fall wieder frohen Mutes.
DANKE!

2

Mittwoch, 12. Oktober 2016, 17:21

Hallo Fripp,
ob es Misophonie ist oder nicht, kannst du relativ schnell selbst rausfinden, indem du dir zwei Fragen stellst: http://misophonie-aktuell.de/ist-es-misophonie/
Nachdem ich als Therapeut und Vater eines Misophonikers zwangsweise selbst zum Experten geworden bin, habe ich schon einige Male nach Therapeuten mit Kassenzulassung (die ich nicht habe) gesucht, leider immer vergeblich. Die Kassentherapeuten scheinen alle überlastet zu sein und einfach keine Kraft zu haben, sich in ein neues Thema einzuarbeiten.
Meinem Sohn haben die Selbsthilfetipps aus dem Buch "Understanding and overcoming Misophonia" von Thomas Dozier sehr geholfen, nach über 10 Jahren Hölle hat das erstmals wieder Licht ins soziale Leben gebracht. Deshalb habe ich das Buch übersetzen lassen und sämtliche Kapitel auch in meinem Blog auf http://misophonie-aktuell.de veröffentlicht. Vielleicht helfen Dir die Informationen dort. Die Idee mit den Noise-Cancellern beim Essen ist schon gut. Am besten noch zusammen mit weißem Rauschen vom Smartphone. Allerdings können auch visuelle Reize triggern, wie Kaubewegungen.
Noch zu deiner Eingangsfrage: Nach Dozier ist die misophonische Reaktion ein konditionierter Reflex. Sich so etwas wieder abzutrainieren ist nicht einfach, aber möglich, durch eine Konfrontation unter Entspannung. Die Verhaltenstherapeuten kennen das z.B. als "systematische Desensibilisierung" nach Wolpe oder "Reziproke Gegenkonditionierung. Aber vorsicht: es gibt in der Verhaltenstherapie auch eine Konfrontation unter Stress (Flooding), die bei Phobien oder Zwängen manchmal angezeigt ist. Bei Misophonie bewirkt eine solche Maßnahme eine Verschlimmerung und Erweiterung der Trigger!

1

Mittwoch, 12. Oktober 2016, 12:26

Welcher Arzt?

Hallo an alle. Ich leide unter Misophonie. Mittlerweile ist der Leidensdruck so hoch, dass etwas geschehen muss. Es ist nur so schwer zu wissen an welche Art von Arzt man sich überhaupt wenden soll. Mir kommt es ja schon wie ein psychisches Problem vor. Andererseits steht auf Wikipedia, dass es sich um eine neurologische Störung handelt. Vielleicht könnte man auch zum HNO-Arzt gehen. Mich würde interessieren, ob jemand von euch schon mal beim Neurologen oder HNO war. Ich habe große Bedenken, dass man dort ernst genommen wird. Es fühlt sich ja für mich selber eher nach einem psychischen Problem an. Andererseits sollte vielleicht erstmal alles Organische ausgeschlossen werden, bevor man sich in eine doch recht lang anhaltende und aufwendige Psychotherapie begibt. Noch dazu gibt es zum Beispiel auch Hilfsmittel, die einem der HNO verschreiben könnte. Z.B. Hörgeräte mit White-Noise-Generator, wie sie Tinnitus-Patienten nutzen. Hat das schon mal jemand von Euch ausprobiert? Ich stelle es mir entspannend vor in kritischen Situationen (z.B. gemeinsames Abendessen) diese Dinger in die Ohren zu tun. Es entsteht ein Klangteppich, der störende Umgebungsgeräusche wieder so einbettet, dass ich sie nicht mehr überlaut wahrnehme. Wäre in jedem Fall angenehmer als Ohropax.
Ich bin gespannt auf eure Rückmeldungen.